Die Region Marche

 

Die Region ist die östlichste der drei mittelitalienischen Regionen. Während die Toskana und in der Folge Umbrien bereits eine feste Grösse in den Planungen der deutschen Italienurlauber ist, steht die Marche erst am Anfang ihrer Entdeckung. Ursache hierfür einerseits der Mangel an einem spektakulären Zentrum wie Florenz und andererseits der zweifelhafte Ruf, den sich die Adriaküste in den sechziger und siebziger Jahren erworben hat.

Betrachtet man jedoch die Marche einmal als eigenständige Region. Kommt man zu erstaunlichen Sichten. So endet z.B. der „deutsche“ Adriastrand in Gabicce Mare und damit nördlich der Marche. Ab Pesaro handelt es sich fast ausschliesslich  um ein traditionell italienisches Urlaubsziel, wie die vielen Autos mit den Kennzeichen der norditalienischen Industriestädte beweisen. In Juli und August herrscht hier üppiges Strandleben. Davor und danach geht es selbst an der Küste recht beschaulich zu.

Geografisch gesehen endet das Strandleben wenige Hundert Meter landeinwärts. Dort beginnt das stetig zum Apennin hin ansteigende Hügelland mit gemütlichen Städtchen in den Flusstälern und wehrhaften Festungen auf den Bergrücken. Hier hat sich Italien mit seinen Palazzi, Plätzen und Cafès unverfälscht erhalten.

Am Ende stossen die Hügelketten auf den vertikal durch Italien verlaufenden Apennin, der sich in unserer Nachbarschaft bis zu 1700 m erhebt und weiter südlich in den Sibillinischen Bergen knapp 2500 m erreicht.

Die Marche werben für sich mit dem Slogan „Italien in einer Region“ und treffen damit nicht nur geografisch sondern auch kulinarisch. Wo z.B. ist es sonst noch möglich am Abend zu entscheiden, ob der Sinn zum Besuch eines Fischrestaurants, einer gemütlichen Trattoria oder einem Bergrestaurant mit Wild- und Trüffelspezialitäten besteht?

Ebenso positiv begegnen dem Besucher die Marchegiani. Zwar hatten sie über Jahrhunderte mit dem Spruch der übrigen Italiener zu kämpfen („Lieber ein Toter im Haus, als ein Marchegiano vor der Tür“), aber der Ursprung ist ein positiver. Traditionell waren die Marchegiani wegen ihrer Rechtschaffenheit bevorzugte Steuereintreiber des Papstes – und das macht halt nicht beliebt. Und so begegnen sie noch heute dem Besucher freundlich und korrekt.

Kurz: Wer sich als Italienfreund an wunderbarer Landschaft und einem breiten Kulturangebot abseits der ausgetrampelten Touristenpfade erfreuen möchte, wird in den Marchen einen unvergesslichen Urlaub geniessen.

 

Literaturempfehlungen

Bücher:
Die Marken, Verlag Carinthia, ISBN 3-85378-519-0
Sabine Becht, Marken, Michael Müller Verlag, ISBN 3-932410-77-7
MERIAN live, Marken, ISBN 3-7742-5395-1
Reise Know-How, Umbrien und die Marken, ISBN 3-89416-728-9
MERIAN Umbrien und die Marken, ISBN 3-7742-6803-7

Karten:
Umbria e Marche, Touring Club Italiano, 1:200 000, ISBN 88-365-1738-2
Marchen-Umbrien, Istituto Geografico DeAgostini, 1:250 000, ISBN 88-511-0252-X
Wander- und Radtourenkarte Gubbio-Fabriano, 1:50 000,Kompass 664, ISBN 3-85491-326-5

 

Klimatabelle der Marken

                                                    

Monat
Sonnenstunden/Tag 
Tagestemperatur
Regentage
Januar
4,1
9
7
Februar
4,6
11
7
März
5,3
15
9
April
6,8
18
8
Mai
8,7
24
7
Juni
9,4
28
6
Juli   
10,7
31
3
August
9,6
30
3
September
7,6
26
5
Oktober
6,3
20
8
November
3,8
15
9
Dezember  
3,2
11
9